Knapp vier Tage (12.08.2009) sind es her, seit dem ich meine bisherige OpenSuSE 10.3 von der Laptop Festplatte gefegt und anschließend Slackware Linux in der Version 12.2 installiert habe.
Bevor ich mich allerdings dazu entschlossen habe die Installtion durchzuführen, habe ich mich etwas in das Betriebsystem mittels einer Testinstalltion eingearbeitet. Als Linuxerin mit Erfahrung hatte ich mit dem textkonsolenbasierten Installieren und Einrichten des Systems nicht allzu viele Probleme. Man muss zunächst Patritionen für Linux auf seiner Festplatte anlegen, die bei mir schon bestanden. Allerdings habe ich Veränderungen in der Größe meiner drei Linux-Patritionen (/,/home und der Swap-Patrition) vorgenommen. Slackware bietet hier einem z.B. das Konsolenprogramm fdisk. Die angenehmere Variante zu diesem Programm stellt cfdisk dar, das ein an den nano-Editor erinnerndes Menu anbietet. Hat man seine Patritionen beisammen, kann man per Eingabe von setup mit der Installtion beginnen.
Hat man die nötigen Konfigurationen für setup vorgenommen, sodass man mit der eigentlichen Installation der Software anfangen kann, wählt man der Bequemlichkeit halber die Full Installtion. Slackware installiert dann alle Packete der insgesamt drei Installtions-CDs. Ich habe mich bei meiner Installtion ebenfalls dafür entschieden und als Standard-Window-Manager KDE gewählt. Ist alles installiert, geht’s an’s Booten und Starten des Systems.
Als richtiges Old School Linux startet diese normaler Weise im vollen Mehrbenutzerbetrieb auf der Konsole (auch Runlevel 3 genannt). Anmelden tut man sich zunächst als root, da man noch keine weiteren Benutzer erstellt hat. Nachdem Anmeldevorgang wird’s Zeit für ein bisschen grafische Oberfläche – man darf jetzt startx tippten und die Desktopumgebung wird geladen. Was mir gleich beim Blick auf den Desktop aufgefallen war, war die etwas ärmliche Auflösung von 1024 x 768. Auch wirkten die Schriften nicht ganz so klar, wie ich es vorher von SuSE gewohnt war. Das war der Auftakt zum Basteln. Bevor ich mich dem Grafiktreiber zugewenedet habe, sorgte ich erst einmal dafür, dass ich per WLAN ins Netz kann. Im Laptop ist ein Broadcom Teil verbaut. Die Eingabe von lspci nennt mir das:
root@HAL-9000:/# lspci
....
06:01.0 Ethernet controller: Broadcom Corporation BCM4401-B0 100Base-TX (rev 02)
06:02.0 Network controller: Broadcom Corporation BCM4318 [AirForce One 54g] 802.11g Wireless LAN Controller (rev 02)
...
Slackware erkennt zwar das Gerät und ordnet ihm auch einen Treiber zu, allerdings funktioniert dieser bei mir WLAN-technisch gesehen nicht. Ich kann zwar per
iwconfig wlan0 essid DEIN_NETZ
den Namen des Netzwerkes setzen, nur kann man dann nicht den passenden Accesspoint (Router) setzen, was bekanntlich über
iwconfig wlan0 ap IP_DES_ACCESSPOINTS
funktioniert.
Daher greife ich zum Ndiswrapper und verwende folgende namentlich genannte Windows-Treiberdatei: bcmwl5a.inf. Mit dieser habe ich auch schon unter SuSE gute Erfahrungen gemacht.
Als das WLAN lief, wollte ich mich gleich an das Problem der mauen Auflösung machen. Mir fielen da auch gleich zwei Anlaufstellen ein, die ich gleich bearbeiten konnte:
- Die Konfiguration des XServers (xorg.conf)
- Wahl eines anderen Treibers
Ok, den Installationsprozess des Treibers wollte ich mir zunächst nicht antun, daher unternahm ich ein paar Experimente mit der xorg.conf. Und an dieser Stelle geb ich es auch gerne zu: das war die erste Begegnung mit dieser Datei mit mir. In dieser Datei gibt es mehrere Bereiche z.B. für das Gerät (Device) oder den Bildschirm (Screen).
# **********************************************************************
# Screen sections
# **********************************************************************</code>
# Any number of screen sections may be present. Each describes
# the configuration of a single screen. A single specific screen section
# may be specified from the X server command line with the "-screen"
# option.
Section "Screen"
Identifier "Screen 1"
Device "VESA Framebuffer"
Monitor "My Monitor"
# If your card can handle it, a higher default color depth (like 24 or 32)
# is highly recommended.
# DefaultDepth 8
# DefaultDepth 16
DefaultDepth 24
# DefaultDepth 32
# "1024x768" is also a conservative usable default resolution. If you
# have a better monitor, feel free to try resolutions such as
# "1152x864", "1280x1024", "1600x1200", and "1800x1400" (or whatever your
# card/monitor can produce)
Subsection "Display"
Depth 8
Modes "1024x768" "800x600" "640x480"
EndSubsection
Subsection "Display"
Depth 16
Modes "1024x768" "800x600" "640x480"
EndSubsection
Subsection "Display"
Depth 24
Modes "1024x768" "800x600" "640x480"
EndSubsection
Subsection "Display"
Depth 32
Modes "1024x768" "800x600" "640x480"
EndSubsection
EndSection
Ok, so dachte ich mir, änderst du mal was unter dem Modus-Feld. Nachdem ich die Änderungen in die Datei eingetragen hatte, musste ich mich zunächst wieder in den Runlevel 3 begeben, um im Textkonsolen den XServer mittels startx erneut zu starten. Angezeigt wurde mir allerdings immer noch eine Auflösung in 1024 x 768. Diese ließ sich auch nicht im entsprechenden KDE Modul ändern.
Da ich mit dem XServer nicht weiter kam, musste ich mir wohl oder übel einen neuen Treiber suchen für meinen Intel Grafikchip: Intel Corporation Mobile 945GM/GMS, 943/940GML Express Integrated Graphics Controller (rev 03). Fündig bin ich dann auf der Seite von Intel geworden. Compilieren des Treibers war auch so eine nette Angelegenheit: das Teil wollte unbedingt das, dass sich im Verzeichnis des XServers die Header zur Mesa 3D Bibliothek befinden. Da ich mir nicht den XServer zerschießen wollte, habe ich dann den Treiber ohne die Mesa-Anbindung compiliert und installiert. Anschließend per XOrg -configure mir eine neue Konfigurationsdatei anlegen lassen und es funzte. Jetzt benutze ich eine wesentlich angenehmere Auflösung von 1280 x 800 mit klarem Bild auf dem Bildschirm. Eine Wohltat für die Augen!
Zum Abschluss meiner Installation habe ich noch benötigte Software wie OpenOffice und Netbeans draufgeschmissen. Bisher bin ich mit meinem System soweit zufrieden. An anderen Stellen muss ich dann wohl noch basteln z.B. beim automatischen Mounten von USB Sticks mit normalen Userrechten. Das muss ich bisher noch auf der Konsole als root erledigen.
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